Honorarkalkulation

Auch Naturheilpraxen müssen wirtschaftlich arbeiten!

(Auszüge und Zitate von Peter Gockel, Sachverständiger für Bewertungen von Arzt- und Zahnarztpraxen, 2009)

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

Heilkunst und Geldverdienen sind für viele KollegInnen Begriffe, die im Praxisalltag oft als unvereinbar empfunden werden. Gerade für Neueinsteiger spielen Praxiskalkulationen anfangs kaum eine Rolle. Es wird häufig mit zu niedrigen Stundenkalkulationen gestartet – spätestens nach 2 bis 3 Jahren, wenn der (hoffentlich) hinzugezogene Steuerberater Alarm schlägt, ist es manchmal aber schon zu spät. Ein „Nachbessern“ durch Preiserhöhungen kommt bei den Patienten dann schlecht an…

Das betrifft auch etablierte KollegInnen, die schon bei jährlich 10% Umsatzeinbußen nach 3 Jahren quasi pleite sind, weil Einsparungen bei den Praxiskosten und gerade beim Privatbedarf diesen Verlust nicht kompensieren können. Es kann nicht sein, dass gerade auch in Großstädten Naturheilpraxen mit einem Stundensatz von 30,- € arbeiten – davon können keine Praxiskosten, Steuern, geschweige denn eine entsprechende Altersvorsorge und ein angemessener Lebensunterhalt finanziert werden.

Honorare sind keine Netto-Einnahmen!

Schließlich macht sich der schleichende Liquiditätsverlust bemerkbar: Laufende Rechnungen stellen irgendwann ein Problem dar, man ärgert sich über Leasingverträge für Geräte, die nicht mehr eingesetzt werden (können), die Nachzahlungen beim Finanzamt werden als existenzielle Bedrohung aufgefasst… Neben der größer werdenden Konkurrenz unter den HeilpraktikerInnen nehmen natürlich auch die „Begehrlichkeiten“ der naturheilkundlich interessierten Ärzteschaft zu – der „Patientenkuchen“ ist aber nicht größer geworden…

Wir können nur unsere individuellen Stärken gezielt einsetzen und uns als kompetenter Ansprechpartner für gesundheitliche Themen und Problemlösungen etablieren. Das kann langfristig aber nur klappen, wenn unserem therapeutischen Angebot auch eine qualifizierte Ausbildung zugrunde liegt. So bekommt unsere Behandlung einen Wert, den wir auch entsprechend in Rechnung stellen können. Ohne minimale „Verkäuferqualitäten“ können wir unser Behandlungskonzept allerdings auch nicht an den Patienten bringen!

Verkaufen Sie sich nicht unter Wert!

Suchen Sie sich einen Steuerberater Ihres Vertrauens und lassen Sie sich halbjährlich eine Bilanz machen, aus der sich u.a. auch die zu erwartende Steuerlast / Nachzahlung für das laufende und prognostisch für das folgende Jahr ermitteln lässt.

 

Viel Erfolg bei Ihren individuellen Bemühungen!

Matthias Mertler, Heilpraktiker
Vorstand des FVDH e.V.