BioRegulatorisches InjektionsKonzept (BRIK)

Bernhard Deipenbrock, Heilpraktiker

Einleitung

„Für die Krise in der Humanmedizin gibt es eine Medizin: das Humane“ (Dr. G. Uhlenbruck)

Die moderne Regulationsmedizin betrachtet den Menschen als funktionelle Einheit: Krankheitssymptome sind Ausdruck einer Gesamtstörung, das Fließgleichgewicht der Systeme ist ins Stocken geraten, durch Aktivierung der körperlichen Regulationsfähigkeit soll die Homöostase wieder ermöglicht werden.

Therapeut und Patient müssen die causa der Krankheit erkennen, damit Heilung einzuleiten ist. Das bioregulatorische Injektionskonzept ist keine neue Therapie, sondern es verbindet praxiserprobte Einzeltherapien wie Homöosiniatrie, Akupunktur und die unterschiedlichen klassischen Injektionsformen zu einem ganzheitlichen, wirkungsvollen Instrument, das schnell erlernbar und im täglichen Praxisalltag einsetzbar ist. Es stellt eine Erweiterung und Effektivierung der Methoden der bioregulatorischen Medizin dar. Komplexe Krankheitsbilder, chronifizierte Beschwerden aber auch funktionelle Störungen, die oft durchs Netz der klinischen Medizin fallen, verlangen vom erfolgreichen, ganzheitlichen Therapeuten Kenntnisse der Entwicklung von Krankheiten. Nur wer die Krankheit versteht, sieht auch den in ihr verborgenen Heilungsweg.

Entstanden ist BRIK aus der Erfahrung der unterschiedlichen Ansprechbarkeit der Gewebestrukturen und Systeme des regulierenden oder in seiner Regulation gestörten Patienten. Viele Gründe sprechen für den Einsatz von Injektionen in der naturheilkundlichen Praxis: Mit der Injektionsnadel erreichen wir biophysikalisch und pharmakologisch unmittelbar die extrazelluläre Matrix (Grundsubstanz), die nach den Forschungsergebnissen der Regulationsmedizin als zentraler Informationsort den Ausgangspunkt der therapeutischen Methoden darstellt, die die Eigenregulation anstoßen können. Als Alternative zur oralen Multimedikation beim multimorbiden Patienten können Resorptionsbarrieren umgangen werden.

Injektionstherapien weisen eine hohe Compliance seitens des Patienten auf und fördern die Patientenbindung. Schnelle lokale Wirkung kann durch zielgerichtete Anwendung in die Körperregion erreicht werden. Mit zusätzlichen weiteren Applikationen in Reflexzonen, Triggerpunkte, Dermatome und Akupunkturpunkte nutzen wir die unterschiedlichen Ebenen der individuellen Ansprechbarkeit und potenzieren den therapeutischen Effekt (Bürgi Prinzip). Viele naturheilkundliche Therapie-Ansätze (Homöopathie, Akupunktur, Neuraltherapie…) lassen sich so effektiv und einfach kombinieren.

Injektionen können intracutan, subcutan, periartikulär, intramuskulär, intravenös, oder infiltrativ verabreicht werden. Jede Injektionsvariante hat besondere wirkbedingte Anwendungsbereiche. Die Ampullen-Präparate der biologischen Medizin sind in jeglicher Form injizierbar. Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit, patientenindividuell gemäß dem jeweiligen Krankheitsbild die optimale konzeptionelle Vorgehensweise zu erarbeiten und umzusetzen.

Das BioRegulatorische InjektionsKonzept (BRIK)

„Um zu genesen musst du viel Schmerzhaftes ertragen“ (Ovid)

BRIK ist definiert als Methode der bioregulatorischen Medizin, als Terminus für ein Konzept zur Anwendung von Injektionen in spezielle Punkte, Gewebe und Zonen des Körpers, um die Bioregulation zu unterstützen. Ziel des Konzeptes ist es, die Autoregulation des Körpers wieder herzustellen. Injektionen in Akupunkturpunkte, Segmente, Somatotope oder bestimmte Gewebestrukturen sollen als physiologischer Reiz beim Patienten eine Reaktion in Richtung Regulation hervorrufen. Die klinische Wirkung des BRIK ist das Resultat einer Interaktion des Körpers mit dem Medikament (medikamentöser Effekt) und dem Akt des Nadelstichs in die Punkte oder Gewebe (Injektions-Effekt).

Die therapeutische Strategie des BRIK beinhaltet 3 Schlüssel-Fragen:

Was wird injiziert?   Wo wird injiziert?   Wie wird injiziert?

BRIK ist eine injektionsbasierte Technik, bei der spezielle Biotherapeutika in spezielle Zonen, Punkte und Gewebe appliziert werden. Diese Biotherapeutika sind vorwiegend Homöopathika – bei einigen Krankheitsbildern kommen Vitamine substituierend zum Einsatz. Neben der Wahl des Medikaments ist die Frage des Injektionsortes gleichrangig wichtig. Erst dadurch erfährt das Medikament zusätzlich eine Dimension der Wirkung. Die Art der Injektion löst unterschiedliche neuromodulative Effekte aus.

Die Injektion

 „Die Injektion ist ein Bestechungsversuch am Wehrlosen“  (Ralph Beller) 

Warum Injektionen?

Neben der oralen Einnahme von Medikamenten, der Inhalation oder der Einreibung stellen Injektionen eine weitere und sehr effektive Möglichkeit dar, arzneiliche Wirkstoffe gezielt einzusetzen. Als sogenannte invasive Therapieform muss die Injektion im Einzelfall aber immer begründet sein. D.h., wenn die Injektion z.B. der oralen Applikationsform gegenüber keinen Vorteil bietet, soll die orale Gabe bevorzugt werden, da in diesem Fall die Injektion einen unnötigen Eingriff darstellt. Umgekehrt macht die Injektion immer dann Sinn, wenn der Magen-Darm-Kanal bewusst umgangen werden muss. Erfordert ein Beschwerdebild einen schnellen und/oder lokalen Wirkungseintritt so ist die Injektion eine Methode der Wahl. Eine längerfristige Depotwirkung kann erzielt werden und über die Reflexzonen ist es möglich, verschiedene Reaktionsebenen anzusprechen.

Ein Großteil der Patienten, vor allem diejenigen, die von chronischem Leid Geplagten, sind durch orale Multimedikation und Probleme der Polypharmazie dankbar für Alternativen. Injektionen, Infusionen überhaupt alle Formen invasiver Behandlungsmethoden erfreuen sich einer hohen Compliance seitens des Patienten, vorausgesetzt sie sind „handwerklich“ geschickt und gekonnt eingesetzt.

Der Seriencharakter eines Injektions-Behandlungs-Konzeptes wie BRIK fördert die Patientenbindung und erlaubt permanente Verlaufsbeobachtungen. Die Injektion verbindet physikalische und pharmakologische Effekte, die sich in ihrer Wirkung vervielfachen können. Mit dem BRIK eröffnen sich einfache und effektive Kombinationsmöglichkeiten ausgewählter regulativer Heilverfahren wie Homöopathie, Akupunktur und Neuraltherapie.

Warum Injektionen?

  • Umgehung von Resorptionsbarrieren
  • schnelle lokale Wirkung
  • Depotwirkung
  • Ansprechbarkeit verschiedener Reaktionsebenen
  • Alternative zu oraler Multimedikation und Polypharmazie
  • hohe Compliance und Patientenbindung
  • Kombination von biophysikalischem und pharmakologischem Effekt
  • Kombinationsmöglichkeit von Homöopathie, Akupunktur, Neuraltherapie…

Das Buch

 „Die häufigste Lüge in der Medizin: es wird nicht weh tun“ (Gerhard Kocher)

Das Buch ist ein Plädoyer für die von Vielen gefürchtete und abgelehnte Spritze: so mancher hat vielleicht selbst unliebsame Erfahrungen mit „Stechern“ gemacht, die prägend sein können, was die Einstellung zum invasiven Verfahren angeht, ob aktiv oder passiv. Umso dringlicher ist unser Anliegen, die vielfältigen Möglichkeiten des Spritzeneinsatzes in der Naturheilpraxis ins rechte Licht zu rücken, die regulative Kraft der Injektion zu veranschaulichen und unsere Praxiserfahrungen mit diesem konzeptionellen Arbeiten zu vermitteln. Injektion ist zunächst Handwerk, Fähigkeit die gelernt sein will, die im täglichen Einsatz zur Perfektion gebracht werden kann. Man sollte sie lieben, um ihre Möglichkeiten kreativ einzusetzen, sie ist keine Waffe, sie ist ein wirkungsvolles Instrument bei der Realisierung biologischer Regulationsbemühungen. Daher nimmt die Beschreibung der Injektionstechnik ihren erforderlichen Raum ein. Lege artis, „nach den Regeln der Kunst“, entsprechend den wissenschaftlichen Standards und gesetzlichen Regeln zu arbeiten, ist genereller Anspruch und muss hier besonders streng gesehen werden.

Wir sind auch der Meinung, dass das Rad nicht neu erfunden werden muss. Es gibt eine Reihe von Injektionstherapien, die ihre Geschichte, ihre Wirkung und ihre Berechtigung haben. Die Kenntnis dieser unterschiedlichen Modelle macht es dem Praktiker, an den wir uns wenden, eventuell leichter, unser Konzept als praxistauglich, umsetzbar und erfolgreich zu begreifen. Die Injektionen werden nicht um ihrer selbst willen gegeben oder weil wir Therapeuten so gerne zur Spritze greifen: Unser Konzept basiert auf der Erkenntnis, dass die Regulationsmedizin einen Paradigmenwechsel in der Medizin eingeläutet hat: dem Körper wird die Fähigkeit zur Selbstheilung zuerkannt. Die Spritze ist Impulsgeber. Die Grundsätze der bioregulatorischen Medizin werden erläutert, um den Stellenwert von Regelung und Regulation in unserem Konzept zu erkennen.

Schmerz ist anfangs Wegweiser: den Patienten führt er in die Praxis, uns führt er im Idealfall zur zugrundeliegenden Störung. Verselbständigt er sich, wird er zur eigenen Störung: das Phänomen des Schmerzes wird im Buch aufgegriffen und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Last but not least bringen wir unsere Erfahrungen mit dem bioregulatorischen Injektionskonzept in Wort und Bild zur Kenntnis, in der Hoffnung, dass Anregung und Anleitung zum segensreichen Einsatz in der Praxis führen.

Prof. Hartmut Heine liefert mit seinem Lehrbuch der biologischen Medizin einen Einblick in die Grundlagenforschung. Reine Theorie ist nicht auf den Patienten anwendbar, reine Empirie kann zu subjektiven Glaubensätzen und Dogmatisierungen führen.In der Kombination aber entsteht lehrbares Wissen.

Wir möchten  BRIK  verstanden wissen als fundiertes Therapiekonzept für den Praxisalltag. Das Buch soll als Einführung, Lehrbuch, Atlas und Nachschlagewerk für den Praktiker nutzbar sein: eine Synthese von Homöopathie, Homöosiniatrie, Neuraltherapie und allgemeiner Injektionstherapie aus der Praxis für die Praxis.

Bernhard Deipenbrock        Maren Schmidt

Das BioRegulatorische Injektionskonzept
ISBN: 978-3-945695-07-4

© 2015 ML Verlag in der
Mediengruppe Oberfranken – Fachverlage GmbH & Co. KG, Kulmbach
www.ml-buchverlag.de

Weitere Informationen zur Methode, zum Buch und zu praktischen
Ausbildungsseminaren finden Sie unter www.injektionskonzept.de