Infektionsprophylaxe

Matthias Mertler, Heilpraktiker

Grippeimpfung oder biologische Infekt-Prophylaxe?

Alle Jahre wieder stellt sich diese Frage – für eine Antwort ist allerdings eine differenzierte Betrachtungsweise angebracht:
Aus schulmedizinischer Sicht wird die Impfung prinzipiell allen empfohlen. Dieser Impfschutz wirkt aber nur auf einen definierten Erregertyp – andere Erreger können daher trotz Impfung Infektionen auslösen.

Hier ist auch ein gewisses Maß an Vorsicht vor der „Impfmanie“ und den Angstkampagnen vor den zu erwartenden Keimen durch die Medien angebracht. Ganz so harmlos und nebenwirkungsfrei, wie die Impfungen dargestellt werden, sind sie nicht! (erfasste Fälle von Lähmungen, Nervenerkrankungen, Todesfälle, bedenkliche Zusatzstoffe sowie Reststoffe aus der Impfherstellung / Reste von Hühnereiweiß, Phenolverbindungen, Antibiotika, Zunahme von Allergien und Asthma…)

Grundsätzlich gefährdete Menschen in fortgeschrittenem Alter und mit gravierenden Grunderkrankungen (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, nach schweren Operationen…), die zudem noch in engem Kontakt zu anderen gefährdeten Personengruppen stehen (Krankenhaus, Seniorenheim…), sollten auf Anraten ihres Arztes diese Impfung erhalten.

Wer allerdings nicht zu den o.g. Risikogruppen gehört, sollte alles daran setzen, das körpereigene Immunsystem zu pflegen und zu stärken – das ist die beste Abwehrstrategie!

Grundlagen:

Prinzipiell sind folgende Erkrankungen zu unterscheiden:

infektiöse Erkrankungen:

  • virale Infektionen: Rhinitis, Sinusitis, akute Bronchitis, Pharyngitis, Laryngitis, grippaler Infekt, Pneumonie, Influenza…
  • bakterielle Infektionen: Angina tonsillaris, Scharlach, Keuchhusten, Pneumonien (häufig verursacht durch Streptokokken, Chlamydien, Legionellen…)

allergische Erkrankungen:

allergisches Asthma, allergische Rhinitis (Schnupfen), Pseudokrupp

chronisch obstruktive Erkrankungen:

Asthma bronchiale, chronische Bronchitis, COPD, Lungenemphysem…

Im Durchschnitt erleidet ein Deutscher mehrfach im Jahr eine Atemwegserkrankung – Kinder erkranken im Durchschnitt sogar 7 – 8 x im Jahr. Die einzelnen Phasen lassen sich manchmal an der Medikation des Kinderarztes unterscheiden: mal ist es ein Antiallergikum, mal ein Antibiotikum – und das mehrfach im Wechsel über das Jahr. Natürlich ändert das nichts an den Ursachen und an der Abwehrlage des Betroffenen…

Die mit Abstand häufigsten Atemwegserkrankungen / „Erkältungen“ werden durch Viren ausgelöst, bei denen eine unkritische Antibiotika-Behandlung das Immunsystem eher behindert und schädigt als schützt. Erst wenn das körpereigene Immunsystem mit diesen Viren nicht zurechtkommt, können sich weitere Keime – auch Bakterien – hinzugesellen und das Krankheitsbild verschlimmern. Nasennebenhöhlenentzündungen, Husten mit Auswurf und Fieber sind häufig die Folgen.

Die Stärkung und Wiederherstellung der eigenen immunologischen Möglichkeiten muss daher im Vordergrund stehen – alle antibiotischen Therapieansätze sollten für den Notfall reserviert bleiben! Die individuelle Ausarbeitung eines Behandlungskonzeptes durch einen naturheilkundlich erfahrenen Therapeuten ist besonders wichtig – denn es gibt kein Mittelchen, das für alle gleichermaßen gut ist!

 

Ganzheitliche Therapieoptionen:

Die Naturheilkunde bietet seit Jahrzehnten erprobte Behandlungsmöglichkeiten und Vorsorgekonzepte an. Eine Herausforderung für den Therapeuten stellt unter Umständen die Auswahl der entsprechenden Maßnahmen und der zeitlich sinnvollste Einsatz dar.

Abwehrstärkung zur Vorbeugung:

Immunmodulation:
bedeutet sanfte Abwehrsteigerung durch Homöopathika, Phytotherapeutika, Probiotika, Substitution von Zink, Selen, Vit. C, vitalstoffreiche Ernährung…

Neben der Konstitutionstherapie (= Basisbehandlung / z.B. Lymphmittel) zur Behandlung individueller / familiärer Schwächen (gerade in der Kleinkindphase besonders schonend aber wirkungsvoll!) sollte hier auch an den Einsatz von IngwerPURE Tr., Fa. Truw gedacht werden: neben den bekannten Wirkungen auf den Verdauungstrakt bei Verdauungsschwäche, Übelkeit, Blähungen, Krämpfen hat Ingwer (Zingiber officinale) ein stoffwechselanregendes und antioxidatives Potenzial.

Die aus der Ayurvedischen Medizin bekannten Wirkungen wurden zum Teil durch moderne Laboruntersuchungen bestätigt. Danach wirken die enthaltenen Scharfstoffe und ätherischen Öle nicht nur durchblutungsfördernd und entspannend auf den Magen-Darm-Trakt, sondern auch stark antibakteriell (und schwach fungizid) auf potenziell pathogene Darmkeime, während das Wachstum von Lactobazillen gefördert wird.
(Quelle: Peter Kaufhold / PhytoMagister)

So kann zu Beginn der kalten Jahreszeit der nach indischer Pflanzenheilkunde wärmende Ingwer in wirksamer Dosierung die unspezifische Immunabwehr des darm-assoziierten Immunsystems unterstützen. Denn auch die Abwehrzellen, die auf den Schleimhäuten im Nasen-Rachen-Raum „ihren Job“ machen müssen, werden im Darmimmunsystem „auftrainiert“ und gelangen über Blut und Lymphe an ihren Bestimmungsort.

Abwehrstärkung im akuten Fall:

Immunstimulation:
bringt das Immunsystem „auf Trab“ – kann also auch zu Erstverschlimmerungen führen, chronische Herde aufrühren und bei insgesamt geschwächten Patienten evtl. auch kontraindiziert sein. Wenn es den Patienten schon „erwischt“ hat, sollte unverzüglich mit der Immunstimulation begonnen werden. Liegen keine autoimmunologischen Grunderkrankungen vor, sind Sonnenhut-Zubereitungen (Echinacea purpurea, Echinacea angustifolia) Mittel der ersten Wahl. In meiner Praxis bevorzuge ich dabei entsprechende Komplexmittel, deren Einzelbestandteile sich in der Wirkung synergistisch verhalten. So hat sich beim klassischen grippalen Infekt mit Fieber, Kopfschmerzen und trockenem Husten der Einsatz von Original-Tinktur N Truw® Tropfen seit langem bewährt.
(stündlich bis 8 x täglich 10 Tropfen ggf. in etwas Flüssigkeit, lange im Mund behalten).

Sollte der Infekt durchmarschiert sein, weil z.B. der Patient zu spät kommt („Ich dachte, was von alleine kommt, geht auch wieder von alleine…“) können zusätzliche Präparate verordnet werden. Zum Beispiel Angi-Truw® N Lutschtabletten bei Halsschmerzen oder Broncho-Sern® Sirup (Spitzwegerich-Fluidextrakt) bei Husten auch mit Auswurf durch bakteriellen Infekt. Eine schnell greifende und entlastende Therapie-Ergänzung ist die Reflexzonentherapie mit ätherischen Ölen und die anschließenden Injektionen nach dem Truw®-Injectio-Konzept (s.u.).

Ergänzende Maßnahmen bei Abwehrschwäche / chronisch rezidivierenden Infekten:

So einfach, wie oben beschrieben, ist es im Praxisalltag leider nicht immer – chronisch rezidivierende Infekte durch konstitutionelle oder antibiotisch induzierte Abwehrschwächen sind an der Tagesordnung. Wenn man dann anamnestisch „noch weiter bohrt“, ist man schnell bei der stressbelasteten Lebensführung, mangelhaften Fehlernährung, Unverträglichkeiten / Allergien, die immer ein Hinweis auf immunologische Fehlleistungen sind.

Bei diesen Patienten führt auch eine symptomatisch-naturheilkundliche Akuttherapie nicht zu dauerhaften Erfolgen. Spätestens dann, wenn die Akutphase überwunden ist und Rezidive verhindert werden sollen, muss mit einer möglichst dauerhaften Immunstabilisierung begonnen werden.

Dazu bieten sich individuell einzusetzende Therapieoptionen an:

  • Darmmilieu-Sanierung gemäß Stuhlbefund: Schleimhautabdichtung mit Activomin® Kps. (Huminsäuren); Fremdkeim-Elimination / -Verdrängung durch Probiotika (z.B. probiotik protect Plv.); Multivitamin-Vitalstoff-Substitution (z.B. Vita-Truw® N plus, 1-2 Kapseln pro Tag; oder mucozink Plv., 3×1 geh. TL z.E.)
  • Ausleitung und Entgiftung: über Lymphe, Leber, Niere; Aschner-Verfahren
  • Entsäuerung: vitale Frischkost, Basenmittel (z.B. Basen-Thohelur® Z, 1 – 2 Granulat-Sticks pro Tag)
  • Vegetative Stabilisierung (Distress wirkt immunsuppressiv!): Beratung zur Lebensführung, moderater Sport
  • Eigenblutbehandlungen zur Immunstimulation
  • Injektionen und Vit.-C- Infusionen (7,5g / Pascorbin®) zur Vorsorge / 1x pro Woche; aber auch im akuten Fall (2x pro Woche)
  • Reflexzonenbehandlung (z.B. bei Bronchitis und Atemnot)

Dabei werden zunächst über eine Schröpfmassage mit geeigneten ätherischen Ölen (hier z.B. Thymian, Campher, Rosmarin, Melisse) oder Baunscheidtieren über den cuti-viszeralen Reflexweg die Atemwege und das Vegetativum angesprochen. Anschließend kann mit paravertebralen i.c.-Injektionen geeigneter Ampullen (hier Truw® Injectio-Präparate) im Sinne der Homöosiniatrie eine schnelle Wirkung erzielt werden.

  1. Abb. 1: obere Atemwege / Sinusitis, fieberhafter Infekt
  2. Abb. 2: untere Atemwege / akute, chronische, fieberhafte Bronchitis

Der empfohlene Therapie-Rhythmus liegt dabei zwischen anfangs 2 x bis 1x pro Woche mit insgesamt 4 bis 8 Anwendungen.

Segmenttherapie

Abb. 1

Segmenttherapie 2

Abb. 2

 

Fallbeispiel:

Patientin 53 Jahre, Bürokraft, Lymphatikerin, kommt mit persistierendem Reizhusten und Sinusitis nach dem 3. Atemwegsinfekt und der 3. Antibiotikatherapie im Januar 2013 zur „alternativen Behandlung“ zu uns.

(„Ich bin’s leid! Wir stecken uns immer gegenseitig im Büro an…)

Therapie:

Hygieneeinweisung: nicht in die Innenhand husten und niesen, häufiger Hände waschen…
Original-Tinktur N Truw® 100 ml, 1. Woche täglich 100 Tropfen in 500 ml Mineralwasserflasche über Tag schluckweise trinken,
ab der 2. Woche 60 Tropfen pro Tag;
stramme Schröpfmassage / ganze BWS mit Arnika-Massageöl / Wala + Thymian-Öl-Zusatz mit anschließend paravertebralen i.c.-Mischinjektionen mit Truw® Injectio lymphatica, febrogrippalis und bronchialis 2 x / Woche, insgesamt 6 x (s. Abb. 2).

An dieser Stelle sei an die prinzipielle Meldepflicht für Mischinjektionen gem. AMG-Novelle 2009/ Herstellung und Anwendung von Arzneimitteln… erinnert.

Außerdem geht die ursprüngliche Herstellerhaftung für die einzelnen Präparate bei Mischinjektionen in eine Therapeutenhaftung über! Zu weiteren Einzelheiten befragen Sie bitte Ihren Berufsverband.

Verlauf:

Die erwartete „Erstverschlimmerung“ mit Fieber trat nicht ein;
moderates Abhusten nach der 1.+ 2. Behandlung,
Reizhusten ohne Befund nach 1 Woche, Nase frei nach 2 Wochen

Wegen ihrer Aussage „Jetzt warte ich nur noch auf den Heuschnupfen“ und die vorangegangenen Antibiotika-Therapien veranlassten wir eine Stuhluntersuchung (Flora: Leitkeime stark vermindert, Fäulniskeime deutlich vermehrt; Verdauungsrückstände, Enzyme, Candida o.B.; IgA + Histamin moderat erhöht).

Die anschließende gezielte Darmsanierung – u.a. mit Probiotika zur Immunmodulation (probiotik protect® Pulver, Mutaflor® Kapseln) – erfolgte über 2 Monate. Mit dem im März 2013 für ca. 6 Wochen zusätzlich verordneten Heuschnupfenmittel DHU®, 4 x täglich 10 Tropfen, kam die Patientin nahezu beschwerdefrei über Frühjahr und Sommer.

Die Empfehlung, vorbeugend im Herbst eine Eigenblut-Behandlung zu machen geriet in Vergessenheit… Die ebenfalls empfohlene IngwerPURE-Kur über 8 Wochen während der „Schmuddelwetterphase“ im Herbst wurde aber konsequent durchgeführt und als sehr angenehm und belebend beschrieben.

Erst im Februar 2014 kam sie mit einem grippalen Infekt – diesmal frühzeitig – wieder zu uns. („Bis jetzt habe ich das Winterhalbjahr super überstanden – so was wie damals will ich nie wieder haben!“). Wir konnten den Infekt mit Original-Tinktur N Truw® 100 ml + Lymphomyosot® 100 ml (4 x täglich je 15 Tropfen in Flüssigkeit vor dem Essen) problemlos auskurieren.

 

Fazit:

Wenn neben einer frühzeitigen, individuellen Akuttherapie auch die Konstitution (hier: Lymphatiker) und die das Immunsystem belastenden Faktoren (hier: Allergien, Antibiotika-Behandlungen) sowie Stress, Fehlernährung, chronische Darmerkrankungen usw. berücksichtigt werden, sind die Aussichten, „Grippezeiten“ gut zu überstehen, durchaus gegeben.